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Beteiligung leben

Kompass
Kompass

In der Familiengruppe wird Beteiligung großgeschrieben.

Mit einer passenden Methode leitet die Familiengruppenleiter*in den Entscheidungsprozess an, was heute Vormittag gemeinsam unternommen werden soll.

Dabei stellt sie klar, dass die weite Wanderung auf Grund der unsicheren Wetterlage nicht in Frage kommt. 

Schlussendlich tragen alle die Entscheidung mit, dass die Gruppe den Vormittag am See verbringt.

Was ist beteiligung?

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Beteiligung – oder auch Partizipation - bedeutet Mitbestimmung, Mitgestaltung und Mitverantwortung.

Damit ist gemeint, dass Kinder und Jugendliche nicht nur angehört, sondern wirklich einbezogen werden – in Aktivitäten, die Gruppe oder in der Gesellschaft. 

Beteiligung bedeutet somit mehr als nur Mitreden – sie bedeutet Mitgestaltung und Verantwortung.

Wie kannst du beteiligung leben?

Beteiligung ist keine einmalige Aktion, sondern gelebte Haltung. Indem du Kinder und Jugendliche entwicklungsgerecht in Entscheidungsprozesse miteinbeziehst, kannst du Ideen, Anregungen und Kritik aufnehmen und gemeinsam besprechen.

Es geht darum, ihre Anliegen, Meinungen und Ansichten zu hören und ernst zu nehmen. Das gelingt zum Beispiel, indem du dich selbst an diese Zeit erinnern: Wie ging es mir als Kind/ jungem Menschen? Was war mir in dieser Zeit wichtig? Regelmäßige Feedbackrunden helfen dabei.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass alle gleichermaßen und auf freiwilliger Basis die Möglichkeit haben, sich einzubringen.

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Praxisbeispiele

  • In jeder Gruppenstunde gibt es einen festen Punkt, an dem Ideen gesammelt und gemeinsam bewertet werden.
  • Bei mehrtägigen Unternehmungen gibt es täglich eine kurze Runde, um Programm, Ablauf und Rollen neu abzusprechen.
  • Die Gruppe legt gemeinsam Jahresziele fest, z. B. „mehr draußen übernachten“.
  • In einer Feedbackrunde äußert ein Kind, dass es sich bei Spielen (oder auch Übungen, Aufgabenstellung oder bei der Entschiedungsfindung) ausgeschlossen fühlt – die Gruppe sucht gemeinsam Lösungen.
  • Bei der Tourenplanung werden auch ungewöhnliche Vorschläge gehört und diskutiert.
  • Unterschiedliche Perspektiven (z. B. von älteren und jüngeren Teilnehmenden) werden gesammelt und sichtbar gemacht.

Reflexionsfragen

  • Wie oft biete ich Kindern und Jugendlichen echte Mitgestaltungsmöglichkeiten?
  • Ist Beteiligung in meiner Gruppe Gewohnheit oder Ausnahme?
  • Erkennen die Teilnehmenden, dass ihre Ideen wirklich umgesetzt werden?
  • Reagiere ich wertschätzend, auch wenn ich einen Vorschlag nicht umsetzen kann?
  • Finden sich die Meinungen der Gruppe in den Entscheidungen wieder?
  • Kann ich mich in die Situation der Kinder und Jugendlichen hineinversetzen?

Transparenz bedeutet, dass alle nachvollziehen können, wie Entscheidungen entstehen, wo Grenzen liegen und warum man sich für diese und nicht die andere Variante entschieden hat. 

Es ist in Ordnung, als Leiter*in Für und Wider abzuwägen und auch einmal „Ich weiß es nicht“ zu sagen, wenn es so ist. 

Das stärkt Vertrauen und motiviert zur aktiven Mitarbeit.

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Praxisbeispiele

  • Vor einer Tour wird erklärt, welche Vorschläge aus der Gruppe übernommen wurden und warum andere nicht möglich sind (z. B. aus Sicherheitsgründen).
  • Aufgaben werden so verteilt, dass klar ist, wer was macht und warum.
  • Nach einer Entscheidung wird gemeinsam reflektiert, wie diese zustande kam.

Reflexionsfragen

  • Erkläre ich meine Entscheidungen klar und verständlich?
  • Kennen alle die Kriterien, nach denen wir entscheiden?
  • Habe ich schon einmal erlebt, dass Unklarheit zu Frust geführt hat?

Beteiligung heißt auch, Verantwortung zu ermöglichen – angepasst an Alter, Fähigkeiten und Erfahrungen.

Wir können Selbstorganisation und Mitgestaltung fördern, indem wir den jungen Menschen, die mit uns unterwegs sind, altersgemäß Verantwortung für Aufgaben übertragen.

Dies reicht von der gemeinsamen Auswahl der Aktivität bis hin zur Tourenplanung für das Hüttenwochenende, bei dem Erwachsene lediglich dort unterstützen, wo es nötig ist.

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Praxisbeispiele

  • Zuerst übernehmen zwei Jugendliche die Leitung eines kurzen Wegabschnitts, später die Navigation einer ganzen Etappe.
  • Eine Kleingruppe organisiert das Abendprogramm – anfangs mit enger Begleitung, später selbstständig.
  • Bei einem Sommerlager erstellt die Gruppe selbst den Speiseplan und teilt die Kochdienste ein.

Reflexionsfragen

  • Gebe ich Verantwortung schrittweise ab – oder überfordere ich?
  • Erkennen die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen Lernfortschritt?
  • Gibt es Gelegenheiten, neue Aufgaben auszuprobieren, ohne Angst vor Fehlern?

Unterschiedliche Methoden helfen Kindern und Jugendlichen dabei, Ideen und Meinungen auf ihre Art einzubringen.

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Praxisbeispiele

  • Ein Stimmungsbarometer mit Klebepunkten zeigt, welche Ideen besonders beliebt sind.
  • In Kleingruppen werden Programmpunkte gesammelt und anschließend vorgestellt.
  • Ein digitales Tool wird genutzt, um auch stille Teilnehmende einzubinden.

Reflexionsfragen

  • Nutze ich verschiedene Methoden, damit alle ihre Meinung einbringen können?
  • Welche Beteiligungsformen sprechen besonders die Leisen in der Gruppe an?
  • Habe ich für meine Gruppe eine gute Balance aus spielerischen und strukturierten Formen gefunden?

Warum ist es wichtig, beteiligung zu leben?

Kompass
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Beteiligung zu leben ist wichtig, um junge Menschen in ihrer Entwicklung zu stärken. Sie steigert Motivation und Eigenverantwortung, da eigene Ideen umgesetzt werden können. Durch das gemeinsame Planen und Entscheiden werden soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit trainiert. 

Beteiligung stärkt zudem demokratische Werte und fördert ein Verständnis für Mitbestimmung und Fairness.

Entscheidungen, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind, werden in der Regel besser verstanden und akzeptiert – das schafft Vertrauen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl.

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