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Blind Line

Blind am Seil entlang

Kategorie(n)

Gemeinschaft & Vertrauen, Vertrauensübungen, Risiko, Inklusion, Natur & Wildnis, Wahrnehmungsübung, Bergsport & Unterwegssein, Wandern und Bergsteigen,

Pädagogische Grundlagen

Naturbeziehung stärken, Lernen ermöglichen, Risiko wählen, Präventiv arbeiten,

Altersstufe

Ältere Kinder, Jugendliche, Junge Erwachsene,

Gruppengröße

Flexibel,

Situation

Gruppe die sich bereits kennt, eingebettet in gemeinsame Tour, Kurs oder Aktivität.

Umgebung

„Kleinräumig abgelegenes“, abwechslungsreiches und leichtes Gelände (Wald, Wiesenuntergrund, Latschengelände, kleine Schneefeldern oder auch im felsiges Terrain) das sich komplett überblicken lässt und in dem Seil gespannt werden kann (Bäume, Latschen oder stabile Felsblöcke).

Jahreszeiten

Dauer

Material

Seil, Bandschlingen, Karabiner

Momente wahrnehmen, die du sonst nicht „siehst“!

Die einfachen Übungen sind doch meist die besten. Ein Seil im Gelände verspannen und sich blind daran entlangtasten. Fertig!
Nun, ganz so simpel wollen wir es doch nicht stehen lassen, aus dieser Aktion kann man mehr herausholen!

Vorbereitung

Beginnen wir mit dem Wichtigsten – der Geländewahl:
Zuerst überlegen wir uns ein Ziel, das wir mit der Blind Line erreichen wollen. Geht es mehr um Naturerfahrung? Geht es ins Alpintechnische? Um Risiko? Oder soll die Selbsterfahrung im Vordergrund stehen? Gehen wir barfuß oder mit Schuhen? Wie mutig sind wir als Kursleiter*innen selbst, wie viel Mut trauen wir unseren Teilnehmenden zu? Haben wir das im Blick, suchen wir uns das dafür am besten geeignete Gelände aus.
Essenziell ist ein „kleinräumig abgelegenes“, abwechslungsreiches Gelände, welches sich idealerweise von einem Standpunkt aus komplett überblicken lässt. Je nach Ziel arbeiten wir hier im Wald, auf Wiesenuntergrund, im Latschengelände, auf kleinen Schneefeldern oder auch im felsigen Terrain. Den Startpunkt wählen wir so, dass er vom Sammelpunkt der Gruppe (wo wir mit dem Aufsetzen der Blindbinde beginnen) nicht allzu weit über leichtes Gelände leicht und rasch erreichbar ist.

Das Seilgeländer wird nun verspannt:
Einfach Bandschlingen um Bäume, Latschen oder stabile Felsblöcke legen und das Seil mittels Mastwurf spannen (hier erweist sich die Kompetenz des direkt in den Karabiner gelegten Mastwurfs von Vorteil. Um sicherheitsmäßig auf der entspannten Seite zu bleiben, sollte das Seil so stabil verankert sein, dass wir uns jederzeit daran festhalten können, v.a., wenn es bergauf oder bergab verspannt ist. Mindestens 100 Meter, besser 200 bis 250 Meter sollten es sein, damit ein gewisser „Flow“ entstehen kann.

Ablauf

Am Sammelpunkt (von dort aus ist idealerweise die Blind Line nicht zu sehen) instruieren wir die Gruppe:

  • Jeder geht einzeln, Abstände (ca. 10 – 15 m) einhalten. Falls wir auf die vordere Person auflaufen, halten wir kurz an, bis wir wieder allein sind.
  • Jeder wählt sein eigenes Tempo, v.a. hinsichtlich Balance, Sturz etc. sensibilisieren
  • Am Ende angekommen (das Ende muss durch einen Knoten, einen Karabiner, ein loses Stück Seil erkennbar sein), kann die Blindbinde abgenommen werden (sich anschließend still hinsetzen und warten, bis alle der Gruppe durch sind).

Nun bringen wir jede/n Einzelne/n blind zum Startpunkt der Blind Line und es kann losgehen!

Auswertung

Sind alle mit der Line durch, setzen wir uns gemütlich im Kreis zusammen und starten (hinsichtlich des vorher definierten Zieles) mit der Auswertung:

  • Was haben wir wahrgenommen?
  • Wie ist es mir körperlich gegangen? War es leicht? War es schwierig? Musste ich mich festhalten? Wie war meine Balance?
  • Wie ist es mir mental gegangen? Was ging mir durch den Kopf? Welche Gedankenbilder entstanden?
  • Wie ist es mir emotional gegangen? Empfand ich Angst, Stress, Ärger? Konnte ich es genießen?
  • Wie war mein Zeitempfinden? (im Vergleich zu der tatsächlich vergangenen Zeit – mitstoppen(!))
  • Wie positionierten wir unsere Schritte ? (Hier können wir alpintechnisch sehr viel herausholen: Sind wir blind, wird der Fuß meist tastend und sanft platziert, getestet ob er hält und dann erst belastet. Auf dieses Gefühl können wir dann stets verweisen, wenn bei schwierigem Gelände eine solide Fußtechnik gefragt ist.)
  • Wie hielten wir Balance? (meist kleine Schritte, Köperschwerpunkt ist tief, ev. wird eine Hand dazugenommen)


Eine wirklich „mächtige“ Übung – nun fehlt nur noch, dass ihr sie bei einer eurer nächsten Aktivitäten mit euren Kindern und Jugendlichen ausprobiert!

beachtenswert

Die Perspektive zu wechseln, ist spannend und kann mit ein wenig Offenheit und Neugierde Barrieren abbauen. Diese Übung ist daher auch wunderbar geeignet, um Inklusion zu fördern. 

mit dank an

Axel Tratter, für das Verschriftlichen der Methode

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Schreib uns gerne an jugend@alpenverein.at