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Buddy - System

Selbstständig in Zweierteams bis zu einem vereinbarten Treffpunkt

Kategorie(n)

Gemeinschaft & Vertrauen, Kooperation und Teambuilding, Beteiligung & Entscheidung, Gemeinsam planen, Ideen- und Entscheidungsfindung, Bergsport & Unterwegssein, Planung, Draußen unterwegs, Klettern, Biken, Wandern und Bergsteigen, Skitouren und Freeriden,

Pädagogische Grundlagen

Lernen ermöglichen, Freiraum schaffen,

Altersstufe

Alle,

Gruppengröße

Kleingruppe (2-8), Mittlere Gruppe (9-20), Große Gruppe (20+),

Situation

Vor dem Start: Gruppe unterwegs beim Wandern, Skifahren oder Biken

Umgebung

variabel

Jahreszeiten

Ganzjährig,

Dauer

15–30 Minuten, 30–60 Minuten, 1–2 Stunden, Halbtags, Ganztags, Mehrtägig,

Material

/

TageDraußenBiken
TageDraußenBiken

Buddy - System beim Biken

TageDraußenWandern
TageDraußenWandern

Buddy - System beim Wandern

TageDraußenFreeriden
TageDraußenFreeriden

Buddy - System beim Skifahren

Alle Gruppenleitenden kennen die Situation: Man ist mit einer Gruppe draußen unterwegs beim Wandern, Skifahren oder Biken und möchte dafür sorgen, dass sich alle wohl und sicher fühlen, einander helfen und niemand verloren geht. Der Klassiker: Eine Begleitperson ist vorne, eine hinten. Bei kritischen Situationen (Kreuzung, Geländewechsel, …) wird gemeinsam gewartet, bis alle da und bereit sind.

Das ist in leistungsmäßig homogenen Gruppen und bei vielen Bewegungsformen draußen gut machbar. Für Gruppenleitende, die sich in dieser Art der Führung gut wiederfinden, ist das auch eine perfekte Methode. Doch was tun in heterogenen Gruppen, etwa beim Biken oder bei Waldabfahrten mit Ski oder Snowboard? Was, wenn diese Form der Führung weder zur Situation noch zur eigenen pädagogischen Haltung passt und junge Menschen darin unterstützt werden sollen, später selbstständig und selbstbestimmt in den Bergen unterwegs zu sein?

Der pädagogische Kompass der Alpenvereinsjugend gibt uns da ein gutes Handwerkszeug. Wenn wir Freiraum schaffen, Lernen ermöglichen und Beteiligung leben wollen, dann braucht es Methoden, die genau das innerhalb eines klar begleiteten Rahmens erlauben. Eine bewährte Methode dafür ist das Buddy-System.

Ablauf

Zwei Gruppenmitglieder bilden ein Buddy-Team. Je nach Sportart vereinbaren sie ein Wort oder Signal, um in Kontakt zu bleiben (mittels dem der bzw. die Vordere checken kann, ob der bzw. die Hintere noch da ist). Aufgabe der Buddys ist es, aufeinander zu achten, sich bei Bedarf zu unterstützen und gemeinsam wohlauf am Treffpunkt anzukommen.

Das Feine daran: Man kann innerhalb einer Gruppe individuell differenzieren, indem jedes Tandem seinen Rhythmus, sein Tempo und z.B. seine Line selber wählt. Ganz nebenbei lernen die Kids/Jugendlichen, wie sie eigenverantwortlich mit Freund:innen unterwegs sein können und worauf dabei zu achten ist. Das Buddy-System ist je nach Alter, Aktivität und Gruppensetting flexibel einsetzbar: vom Freiraum an einer Waldlichtung über Wanderungen mit kleinen Kindern, bei denen jedes Kind einen Buddy hat und die Gruppe zusammenbleibt, bis hin zum freien Bewegen in Waldabfahrten im Winter oder im Übungsgelände eines Bikeparks – immer mit der Sicherheit, dass niemand allein unterwegs ist.

TageDraußenBiken
TageDraußenBiken

Leo und Thimo wollen schon lange die „Green Horn Line“ fahren. Die Größeren finden sie jedoch langweilig und setzen sich durch. Solange wir als Gruppe unterwegs sind, entscheiden wir über Mehrheiten – und die fallen für Leo und Thimo meist ungünstig aus. „Endlich!“, jubeln die beiden, als wir das Buddy-System erklären und für die nächste Stunde im Bereich der Talstation im Bike Park einführen. „Wir wissen, was wir machen!“, rufen sie und radeln davon.

Tandems bilden:
Idealerweise finden sich vertrauensvolle Partner:innen, die sich gut ergänzen, unterstützen und miteinander wohlfühlen. Bei ungeraden Gruppen kann auch ein Trio ein Buddy-Team bilden. Wichtig ist, dass vor dem Start klar ist, wer mit wem unterwegs ist und für den Prozess genügend Zeit eingeplant wird. Bei schnellen Sportarten (Biken, Skifahren) zwischendurch immer wieder reflektieren, wie sicher und wohl man sich mit seinem Buddy fühlt und zum Perspektivenwechsel mal den bzw. die Vorausfahrende wechseln.
Wiedersehen am Treffpunkt:
Vor dem Start wird gemeinsam festgelegt, wo (und gegebenenfalls wann) sich alle wieder treffen. Der Treffpunkt muss unbedingt von allen gefunden werden können. Idealerweise handelt es sich um Orte, an denen Gruppen automatisch zusammenkommen, etwa eine Liftstation, eine Forststraße oder ein Gipfel. Ist das nicht möglich und dafür umfangreiches Orientierungswissen nötig, ist das Buddy-System nicht geeignet.

Wiedersehen am Treffpunkt:
Vor dem Start wird gemeinsam festgelegt, wo (und gegebenenfalls wann) sich alle wieder treffen. Der Treffpunkt muss unbedingt von allen gefunden werden können. Idealerweise handelt es sich um Orte, an denen Gruppen automatisch zusammenkommen, etwa eine Liftstation, eine Forststraße oder ein Gipfel. Ist das nicht möglich und dafür umfangreiches Orientierungswissen nötig, ist das Buddy-System nicht geeignet.

Beachtenswert

Geht das in und mit allen Gruppen?
Nein. Die Gruppe sollte sich kennen, da die Buddy-Einteilung sonst Stress erzeugen kann anstatt Freiraum und Entlastung. Außerdem muss die Gruppe in der Lage sein, klare Absprachen zu treffen, etwa zum Treffpunkt. Auch Stimmung und Gruppendynamik sind entscheidend: In hektischen, gestressten oder konflikthaften Situationen bringt das Buddy-System zusätzliche Geschwindigkeit und ist ungeeignet. In solchen Situationen ist es sinnvoller, mit anderen Methoden erst mal zu bremsen.

Was tun, wenn was passiert?
Alle müssen wissen, was im Ernstfall zu tun ist – bei Verletzungen, Unwohlsein oder Orientierungsproblemen. Wichtig ist es, wichtige Nummern (Leitung, Begleiter:in, Notruf, Pistenrettung, Buddy, anderes Tandem etc.) im Handy zu speichern.

Gibt es Grenzen der Methode?
Das Buddy-System setzt passende pädagogische und sicherheitsrelevante Rahmenbedingungen voraus. Sind unterwegs Gefahren wie Lawinen oder Steinschlag zu beurteilen, ist es besser, in der Gruppe beisammenzubleiben. Problematisch ist die Methode auch, wenn sie als Standard eingesetzt wird, ohne darüber nachzudenken, ob die Voraussetzungen überhaupt gegeben sind. Das kann dazu führen, dass beispielsweise alpine Gefahren oder aufkommende Müdigkeit übersehen werden. Wie bei jeder Methode gilt daher, dass sie bewusst gewählt, laufend reflektiert und der Situation und Gruppe angepasst angewendet werden muss.

TageDraußenBikenDani
TageDraußenBikenDani

Müde kommen alle nach einem lässigen Tag im Bike Park zum Treffpunkt. Leo und Thimo sind nicht nur müde, sie strahlen auch übers ganze Gesicht. „Fünfmal sind wir die Green Horn Line gefahren“, berichten sie stolz. „Hoch lebe das Buddy-System“, denke ich mir – so hatten die Kids Freude und Freiraum und ich trotz Gruppentrennung ein gutes Gefühl.

mit dank an

Eva Schider, für das Verschriftlichen der Methode

Im Programm risk´n´fun ent- bzw. weiterentwickelt


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Schreib uns gerne an jugend@alpenverein.at