Gruppensymbol kreativ gestalten
Kategorie(n)
Gemeinschaft & Vertrauen, Kooperation und Teambuilding, Kreatives & Werkeln, Werkeleien ,Pädagogische Grundlagen
Beziehung aufbauen, Gemeinschaft fördern,Altersstufe
Alle,Gruppengröße
Kleingruppe (2-8), Mittlere Gruppe (9-20), Große Gruppe (20+),Situation
Gruppe, die sich bereits kennt
Umgebung
variabel
Jahreszeiten
Ganzjährig,Dauer
30–60 Minuten,Material
Je nach Setting und Schwerpunkt sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt:
- Papier & Bastelmaterial: große Papierblätter, Buntstifte, Pickerl, Zeitschriften zum Ausschneiden, Kleber, Stempel
- Stoff: alte Tücher oder Stoffreste, Stofffarben
- Naturmaterialien: z. B. Äste, Blätter, Zapfen, Federn, Erde, Steine
- Stöcke (tragbar): zum Halten, Hochheben oder Präsentieren des Gruppensymbols
Ein gemeinsam gestaltetes Zeichen macht sichtbar, was eure Gruppe ausmacht: ihre Werte, Stärken und Verbundenheit. Die Methode unterstützt gezielt die pädagogische Grundlage „Gemeinschaft fördern“ der Alpenvereinsjugend, indem sie Zugehörigkeit schafft und das Wir Gefühl stärkt.
In Anlehnung an die Idee eines klassischen Wappens entsteht ein gemeinsames Symbol aus Farben, Formen und Zeichen – offen, „entstaubt“ und partizipativ gedacht.
Ablauf
1. Was macht uns als Gruppe aus?
Nach der Gruppenbildung gibt es eine kurze Runde, in der jede Person einen für die Gruppe wichtigen Wert oder eine Haltung nennt. Diese können auch auf Kärtchen festgehalten werden.
Beispiele:
- „Wir unterstützen einander.“
- „Wir gehen achtsam durch die Natur.“
- „Wir sind neugierig und offen.“
Aus den genannten Werten werden anschließend die gemeinsame Basis und Richtung für die weiteren Schritte gebildet.
2. Grundform für das Gruppensymbol wählen
Die Leitung stellt verschiedene Grundformen als Inspiration vor. Die Gruppe entscheidet gemeinsam, welche Form ihre Haltung am besten widerspiegelt. Die Formen können sich lose an klassische Wappen anlehnen, müssen es aber nicht.
Mögliche Varianten:
- Freie Form (offen und kreativ) z. B. Kreisformen für Gemeinschaft und Gleichwertigkeit oder Berg bzw. Gipfelformen für Entwicklung und Zielorientierung
- Symbolform in Anlehnung an ein klassisches Wappen z. B. schildförmig, klar gegliedert
- Symbol mit 4 bis 5 Feldern z.B. Wert & Haltung | Symbol | Stärken & Fähigkeiten | Was uns verbindet
3. Inhalte klären & Symbole finden
Die Gruppe entscheidet selbst, welche Werte, Haltungen oder Stärken im Gruppensymbol sichtbar werden sollen und wie diese dargestellt werden.
Als Leitung unterstützt ihr die Gruppe dabei, Werte und Haltungen zu reflektieren und in passende Symbole zu übersetzen.
Mögliche Leitfragen:
- Welches Bild oder Symbol passt zu euch?
- Woran erkennt man diesen Wert?
- Warum steht dieses Symbol für eure Haltung?
Die Gruppe wählt passende Symbole aus oder erfindet eigene. Persönlich bedeutsame Zeichen sind ausdrücklich willkommen. Plant genügend Zeit dafür ein.
Mögliche Inspirationen sind z. B.: Seil (Zusammenhalt), Baum (Naturverbundenheit), Alpendohle (Freiheit), Fluss (Flexibilität).
4. Gestaltung
Die ausgewählten Symbole werden nun gemeinsam umgesetzt – gezeichnet, gebastelt, gelegt (z. B. als LandArt) oder sogar gebaut. Im Mittelpunkt stehen der gemeinsame Gestaltungsprozess und das Miteinander.
5. Gemeinsames Motto festlegen
Als Teil des Gruppensymbols formuliert jede Gruppe ein gemeinsames Motto, das ihre Haltung auf den Punkt bringt. Das Motto kann im Symbol integriert oder sichtbar ergänzt werden z. B. als Schriftzug, Banner oder zusätzliches Zeichen.
6. Präsentation
Jede Gruppe präsentiert ihr Gruppensymbol inklusive Motto:
- Welche Symbole stehen für welche Haltung?
- Wie wurde das Gruppensymbol kreativ umgesetzt?
- Was bedeutet das Motto für euch?
- Wie zeigt das Symbol, wofür ihr als Gruppe steht?
Die Präsentation kann kreativ gestaltet werden, z. B. durch eine kurze Erklärung, ein gemeinsames Statement, ein Lied, eine Bewegung oder eine kleine Performance. Gebt eurer Gruppe dabei ausreichend Raum für ihre individuelle Umsetzung.
Variationen
Fokus je nach Dialoggruppe
- Jüngere Kinder und inklusive Gruppen – mehr nonverbal:
Bildkarten oder Kärtchen mit unterschiedlichen Werten dienen als Einstieg. Die Teilnehmenden wählen für sie passende Karten als Basis für das gemeinsame Gruppensymbol aus. - Jugendliche und junge Erwachsene:
Zentrale Werte werden reflektiert, diskutiert und als gemeinsames Motto formuliert. Eine mögliche Leitfrage zum Perspektivenwechsel ist: „Stellt euch vor, jemand Neues kommt zur Gruppe – was würdet ihr sagen, wofür ihr steht?“ - Familien und generationenübergreifende Gruppen:
Das Gruppensymbol entsteht im Austausch der Generationen. Mit Bildern, kreativen Materialien, Worten und Symbolen wird altersgerecht gesammelt, was für Groß und Klein wichtig ist.
Beachtenswert
- Beteiligung ermöglichen: Auf die Beteiligung aller achten, die mitmachen möchten, und eine wertschätzende, offene Atmosphäre sichern.
- Bedeutung vor Gestaltung: Entscheidend ist die inhaltliche Bedeutung des Gruppensymbols für die Gruppe – nicht eine „schöne“ Umsetzung / Gestaltung; es gibt kein Richtig oder Falsch.
- Vielfalt wertschätzen: Jede Stimme zählt – unterschiedliche Werte und Perspektiven sind willkommen.
- Naturschutz beachten: Nur lose Naturmaterialien verwenden und den Ort unverändert zurücklassen.
Ein gemeinsam gestaltetes Gruppensymbol macht Haltung sichtbar, stärkt den Zusammenhalt und wirkt oft stärker als viele Worte – als Orientierungssymbol und Motto für gemeinsames Handeln.
Du hast Feedback, spannende Methoden, Spiele oder Übungen die du gerne teilen möchtest?
Du wünschst dir Werkzeug für bestimmte Situationen in deiner Jugendarbeit?
Schreib uns gerne an jugend@alpenverein.at

