Eulenblick & Fuchsgang
Kategorie(n)
Natur & Wildnis, Forschen, Wildnis, Wahrnehmungsübung,Pädagogische Grundlagen
Naturbeziehung stärken,Altersstufe
Alle,Gruppengröße
Flexibel,Setting
unterwegs öfter ausprobieren; gut kombinierbar mit Anschleich-Übungen, tarnen und verstecken und anderen Übungen und Spielen, die mit Aufmerksamkeit und Natur-Kontakt zu tun haben
Umgebung
ansprechende Aussicht mit freiem Blick zum Horizont
Dauer
5 Min.
Material
keines
Eulen, die mit scharfen Augen und Ohren in der Nacht jagen, haben ein extrem weites Gesichtsfeld. Manchmal wünschen wir uns das auch. Wir aber sind meist in Eile, unser Blick ist auf das, was wir gerade für wichtig halten, fokussiert. Wären wir in der Wildnis, unserem angestammten Lebensraum unterwegs, wäre dieses „Wichtige“ wahrscheinlich öfter das was wir nur „aus den Augenwinkeln“ wahrnehmen – wie die Raubkatze auf der Lauer etwa. In naturnah lebenden Kulturen ist der „Weitwinkelblick“ der „normale“. Mit ihm nimmt man in einem Gesichtsfeld von 180° wahr, ist sensibel auf Bewegung und Veränderung und wird durch diese
Art des Sehens entspannter. Dieser Blick eignet sich natürlich super, wenn man durch die Natur streift und auf Entdeckungsreise ist. Man ist mehr im Hier und Jetzt und bekommt auch bedeutend mehr mit.
Ablauf
- Man steht so weit voneinander entfernt, dass alle die Arme ausstrecken können. Ideal ist eine ansprechende Aussicht mit freiem Blick zum Horizont.
- Die Teilnehmenden strecken die Arme nach vorne und wackeln mit den Fingern. Sie bewegen die Arme langsam auseinander, behalten dabei aber die wackelnden Finger beider Hände im Blick ohne hin und her zu schauen. Dann bewegen sie die Arme so weit auseinander, bis sie die Bewegung ihrer Finger nicht mehr sehen können. An dieser „Grenze des Sichtbaren“ bewegen sie dann die Arme vor und zurück, um herauszufinden, wo die Grenze genau ist.
- Dasselbe kann man auch nach unten und oben machen. Man bewegt die Arme mit wackelnden Fingern auseinander um zu sehen, wie viel man unten und oben gleichzeitig wahrnehmen kann.
Fuchsgang: - Mit dem Eulenblick steigt die Chance, Tier zu entdecken. Um diese nicht zu verschrecken, ist der Fuchsgang eine gute Ergänzung, am besten barfuß: dabei setzen die Teilnehmenden zuerst die Zehen vorsichtig auf und rollen anschließend die Fußsohle langsam am Boden ab. Das Körpergewicht wird erst verlagert, wenn die gesamte Sohle den Boden berührt. Wenn man auf Stöcke oder Blätter tritt, wird der Fuß wieder vorsichtig gehoben um eine bessere (leisere) Stelle zu finden, auf die der Fuß ohne Rascheln oder Knacksen abgesetzt werden kann.
Beachtenswert
Probiert man den „Eulenblick“ öfters mal aus, kann man sein Wahrnehmungsfeld beträchtlich erweitern: ca. 180° waagrecht, ca. 130° senkrecht.
mit dank an
Sybille Kallas, für das Verschriftlichen der Methode.
Zur Vertiefung / zum Weiterstöbern empfehlen wir:
Biodiversität erlebbar machen
herausgegeben vom Umweltdachverband, in Kooperation mit der Alpenvereinsjugend.
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