Perspektivenwechsel
Kategorie(n)
Gemeinschaft & Vertrauen, Vertrauensübungen, Risiko, Inklusion, Bergsport & Unterwegssein, Wandern und Bergsteigen,Pädagogische Grundlagen
Beziehung aufbauen, Gemeinschaft fördern, Inklusiv handeln,Altersstufe
Ältere Kinder, Jugendliche, Junge Erwachsene,Gruppengröße
Flexibel,Setting
·
Gruppenarbeit
mit Stationenbetrieb
·
einzeln oder
in Kleingruppen, mit Rollenwechsel
·
begleitet
und beobachtet durch Kursleiter*innen
Umgebung
·
Indoor
(Turnsaal, Seminarraum, Schule)
·
Outdoor
(Wiese, Hof, Waldweg, Hütte)
·
überschaubar,
sicher und gut einsehbar
Dauer
·
Aufbau: ca.
10–15 Minuten
·
Durchführung:
ca. 30–60 Minuten
·
Auswertung:
ca. 20–30 Minuten
→ gesamt: 60–90 Minuten
Material
· Rollstuhl oder stabiler
Rollstuhl-Ersatz
· Augenbinden
· Gehörschutz / Kopfhörer
·
Kopfhörer mit störenden
Geräuschen (Stimmen, Töne, Musik)
·
Seile, kleine Hindernisse,
Alltagsgegenstände
· Blindenstöcke
vorbereitung
- Ziel der Übung ist es, durch Selbsterfahrung ein besseres Verständnis für Barrieren im Alltag von Menschen mit Mobilitäts-, Seh-, Hör- sowie Wahrnehmungsbesonderheiten (z. B. im Autismus-Spektrum) und von Menschen mit anderer Erstsprache oder aus einem anderen kulturellen Kontext zu entwickeln.
- Wichtig ist eine wertschätzende Einführung: Die Teilnehmenden erleben Ausschnitte, keine vollständige Realität.
- Der Parcours wird überschaubar, sicher und gut einsehbar aufgebaut.
Ablauf
- Die Teilnehmenden durchlaufen den Parcours einzeln oder in Kleingruppen und wechseln dabei die Rollen.
- Hilfe darf angenommen oder erbeten werden, wird jedoch nicht automatisch angeboten.
Stationen (Beispiele)
- Rollstuhl: Einen kurzen Weg mit kleinen Hindernissen zurücklegen, evtl. mit Alltagsaufgabe (Tür öffnen, Gegenstand aufheben).
- Blind: Mit Augenbinde einen markierten Weg bewältigen, Orientierung über Tasten, Hören und Untergrund.
- Hörbeeinträchtigung: Mit Gehörschutz eine einfache Kommunikations- oder Orientierungsaufgabe lösen.
- Autismus-Spektrum (sensorische Überforderung): Mit Kopfhörern und störenden Geräuschen (z. B. redende Menschen, Töne) eine Aufgabe oder Anweisung um setzen.
- Andere Sprache / anderes Herkunftsland: Der Weg oder eine Aufgabe wird ausschließlich in einer erfundenen oder unbekannten Sprache erklärt. Die teilnehmende Person erlebt, wie es ist, Anweisungen nicht zu verstehen und auf Gestik, Mimik oder eigenes Ausprobieren angewiesen zu sein.
Variationen
- Parcours im Innen- oder Außenraum
- Reizintensität (Lautstärke, Komplexität) variieren
- Kombination mehrerer Barrieren (z. B. Sprache + Lärm)
- Mit oder ohne Begleitperson (nur sichern, nicht führen)
- Anpassung an Alter, Gruppengröße und Zielsetzung
- SINNvolle Angebote: Sehen – Hören – Tasten: Versucht, bei euren Aktivitäten mindestens zwei dieser Sinne zu nutzen. Es macht viel Spaß, eure Lieblingsspiele und Aktivitäten so umzuwandeln, dass dieses Kriterium erfüllt ist. Probiert das Mehr-Sinne-Prinzip kreativ mit eurer Jugendgruppe und versucht, es bewusst in euren Sektionsalltag zu integrieren.
auswertung
Gemeinsame Reflexion im Kreis, in Kleingruppen oder zu zweit:
- Was habe ich wahrgenommen?
- Wie ging es mir körperlich, emotional und mental?
- Wo habe ich Unsicherheit, Überforderung oder Ausschluss erlebt?
- Wie gut konnte ich Anweisungen verstehen oder umsetzen?
- Wie habe ich Hilfe gegeben oder angenommen?
- Was bedeutet diese Erfahrung für unseren Alltag und unser Miteinander?
Beachtenswert
- Freiwilligkeit und respektvolle Sprache sind zentral
- Es geht um Sensibilisierung, nicht um Nachahmung oder Bewertung
- Sprachliche und sensorische Überforderung kann stark wirken – Pausen einplanen
- Die Übung eignet sich besonders für Inklusions-, Integrations- und Gruppenarbeit
mit dank an
Solveig Meier, für das Verschriftlichen der Methode.
Du hast Feedback, spannende Methoden, Spiele oder Übungen die du gerne teilen möchtest?
Du wünschst dir Werkzeug für bestimmte Situationen in deiner Jugendarbeit?
Schreib uns gerne an jugend@alpenverein.at

