Lass Regen fallen
Kategorie(n)
Natur & Wildnis, Forschen, Wildnis, Wahrnehmungsübung,Pädagogische Grundlagen
Naturbeziehung stärken, Lernen ermöglichen, Präventiv arbeiten,Altersstufe
Alle,Gruppengröße
Situation
Unterwegs: kurze Forschereinheit
Umgebung
im Wald, schattiger Waldboden, ruhiger Platz
Jahreszeiten
Frühling, Sommer, Herbst,Dauer
Material
Pipette/Flasche, Papier, Stift, Timer
ziel
- Pflanzenanpassungen verstehen: wie der Sauerklee Licht nutzt und sich vor Regen schützt.
- Naturwahrnehmung schärfen und verantwortungsvolles Verhalten im Wald stärken.
- Beitrag zu unseren Bildungszielen: "Naturbeziehung, Umweltschutz und nachhaltiges Handeln"; "ganzheitliche Entwicklung"
INFO
- Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) ist eine typische Waldbodenpflanze, die mit ganz wenig Licht auskommen muss.
- Deshalb breitet sie ihre Blätter wie ein Solarpanel aus, das jeden Sonnenstrahl einfangen kann.
- Die Blätter sind dünn und empfindlich:
- Scheint die Sonne zu stark, kann die Pflanze ihre Blätter an Gelenken nach unten klappen. So verdunstet weniger Wasser.
- Der Klappmechanismus wird auch von dicken Regentropfen ausgelöst, die die zarten Blätter verletzen könnten.
vorbereitung
- Stelle sicher, dass am Ort Wald-Sauerklee wächst.
- Pipette oder kleine Flasche mit Wasser einpacken.
- Impulsfragen notieren (z. B. „Wozu klappen Blätter?“).
Ablauf
Ankommen und Beobachten
Lade die Gruppe ein, den Sauerklee zu suchen, ohne Pflanzen zu berühren.
Frage: „Wie stehen die Blätter? Wie fällt hier Licht ein?"
Experiment #1 "Regen"
Den Regen kannst du nachahmen, indem du am Randbestand mit der flachen Hand einige Zeit auf die Sauerkleeblätter klopfst (oder einzelne Tropfen Wasser auf die Blättchen gibst).
Achtet gemeinsam: Klappen Blätter nach unten? Wie schnell? Wie sieht das nach 1–2 Minuten aus?
Transfer „Solarpaneel“
- Erklärt in einfachen Worten: dünne, lichtliebende Blättchen fangen wenig Licht ein; bei starker Sonne oder dicken Tropfen klappen sie nach unten, um sich zu schützen.
- Lasst alle Vermutungen zu: „Warum hilft das der Pflanze?"
=> Notieren und Teilen: Jede Person schreibt oder zeichnet eine Beobachtung und eine Vermutung (z. B. „weniger Verdunstung“). - Teilt 2–3 Gedanken in der Runde; klärt offene Fragen für späteres Nachschlagen.
Übrigens: Der Sauerklee ist kein Klee wie der auf der Wiese, bei dem du den Nektar aus den Blüten zuzeln kannst. Er gehört zu einer eigenen Familie, die nach der Oxalsäure benannt ist, die seine Blätter so gut säuerlich schmecken lässt.
(Achtung! Nicht haufenweise davon essen, Oxalsäure ist in großen Mengen giftig!) „Klee“ heißt er nur, weil die Blätter an Kleeblätter erinnern.
Abschluss beispielsweise Blitzlichtrunde: "Ein Wort zur Erkenntnis" (z. B. „Staunen“, „Schutz“, „Wasser“) und weiter auf dem Weg.
Variationen
- Zeitlupe: Filmt den Blattklapp‑Moment kurz am Handy und schaut ihn in Zeitlupe an.
- Lichtwechsel: Beobachtet Blätter an einer helleren und einer dunkleren Stelle und vergleicht Stellung/Öffnungswinkel.
- Kreativ: Zeichnet „Sauerklee als Solarpanel“
Beachtenswert
Mit Vorsicht zu genießen: Nicht zu verwechseln mit dem giftigen Gefleckten Aronstab (Arum maculatum), den man im Frühlingswald
findet (im Herbst die giftigen roten Beeren, aber keine Blätter mehr). Aronstab enthält Oxalsäure, wie der Sauerklee.
Beim Sauerklee ist sie gelöst im Zellsaft, im Aronstab bildet sie Oxalat-Salz-Kristalle, ganz feine, spitze Nadeln. Die kann man nur unter dem Mikroskop sehen, aber spüren!
mit dank an
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