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Wo stehen wir? Was können wir uns zutrauen?

Kurze Reflexionsrunde nach der Tour zur Selbsteinschätzung in zwei Kompetenzbereichen

Kategorie(n)

Bergsport & Unterwegssein, Draußen unterwegs, Klettern, Skitouren und Freeriden, Austausch & Auswertung , Reflexion,

Pädagogische Grundlagen

Lernen ermöglichen, Risiko wählen,

Altersstufe

Jugendliche, Junge Erwachsene,

Gruppengröße

Kleingruppe (2-8),

Situation

Abschluss eines Kurs- oder Tourentags im alpinen Kontext (Alpinklettern, Eisklettern, Ski-/Hochtouren).

Umgebung

Draußen vor der Hütte oder im Gruppenraum; Flipchart/Whiteboard gut sichtbar.

Jahreszeiten

Ganzjährig,

Dauer

15–30 Minuten,

Material

Flipchart oder Whiteboard, Stifte; optional: Klebepunkte, Moderationskarten

JAP
JAP

vorbereitung

  • Zwei Überschriften auf Flipchart/Moderationswänden vorbereiten: „Touren selbständig gehen“ und „Seil- und Alpintechnik“.
  • Leitfragen sichtbar machen (z. B. „Wie war’s? Was hat gut funktioniert? Wo können wir uns entwickeln?“).

Ablauf

1. Einstieg und Ziel klären:
„Wir blicken auf heute zurück und schätzen uns in zwei Bereichen (wie auf dem Flipchart) ein – um den nächsten Schritt gut zu planen.“

2. Struktur zeigen:
Zwei Bereiche am Flipchart vorstellen („Touren selbständig gehen“ & „Seil- und Alpintechnik“). Optional eine einfache Skala anbieten (z. B. „stark – solide – im Aufbau“).

3. Einzel-Check-In (1 Minute):
Jede Person denkt für sich nach: Was lief gut? Wo bin ich unsicher? Woran mache ich das fest?

4. Austausch in Kleingruppen (2–3 Personen, 5 Minuten):
Erfahrungen teilen; jede Person nennt 1 Stärke und 1 Entwicklungspunkt

5. Sammeln im Plenum (10–12 Minuten):
Aus jeder Kleingruppe 1–2 Stichworte pro Bereich sammeln; Kursleitung notiert am Flipchart. 

6. Abgleich mit Beobachtungen (5 Minuten):
Leitung spiegelt Beobachtetes in Ich-Form; klärt Missverständnisse; würdigt Fortschritte. 

7. Ausblick und Commitment (3–5 Minuten): 
Jede Person formuliert 1 nächstes Lernvorhaben (z. B. „Nächste Tour: Seilschaftsführung mit Backup übernehmen“). Optional schriftlich festhalten.

Variationen

  • Bodenlinie: Markiert eine Skala am Boden (0–10) und positioniert euch; kurze Blitz-Statements.
  • Punkteabfrage: Jede Person setzt pro Bereich 1 Klebepunkt auf der Skala am Flipchart.
  • Anonym: Stärken/Entwicklung anonym auf Karten, dann clustern.
  • Digital: Kurze Live-Abfrage (z. B. Wortwolke) und anschließende Gesprächsrunde.

Beachtenswert

  • Ich-Botschaften statt Zuschreibungen; keine Vergleiche oder Etiketten.
  • Freiwilligkeit und Stoppregel benennen; niemand muss Details teilen.
  • Zeit im Blick behalten, Redeanteile fair verteilen; kurze Runden helfen.
  • Sicherheit mitdenken: Selbsteinschätzung immer in Bezug auf Risikokompetenz einordnen; Überforderung vermeiden.

Reflexion:

  • Woran machst du deine heutige Einschätzung fest?
  • Welche Situation hat dich überrascht – und warum?
  • Welche Beobachtungen von anderen waren hilfreich für dich?
  • Was brauchst du für deinen nächsten Schritt?
  • Was nimmst du dir für die nächste Tour konkret vor?

Rolle/Leitung:

  • Moderiert eine kurze, wertschätzende Gesprächsrunde und achtet auf faire Redeanteile.
  • Spiegelt Rückmeldungen mit eigenen Tagesbeobachtungen – in Ich-Botschaften, ohne Zuschreibungen („Für mich wirkte es so, dass …“).
  • Bestärkt realistische Einschätzungen und macht Entwicklungsschritte konkret.

praxisbeispiel

Am Ende eines Eiskletter-Tags sammelte die Gruppe pro Bereich je drei Stichworte. Auffällig war, dass viele das Standplatz-Management als Stärke nannten, aber bei der Tourenentscheidung noch unsicher waren. Die Leitung spiegelte, dass die Orientierung gut funktionierte, während die Risikokommunikation teils knapp war. Jede Person formuliert ein Lernvorhaben; zwei verabredeten sich, beim nächsten Mal die Routenwahl gemeinsam laut zu begründen. In den Folgetagen berichteten beide von mehr Sicherheit im Team.

mit dank an

Im Programm Junge Alpinisten YOUNGSTERS ent- bzw. weiterentwickelt


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