Wraps am offenen Feuer
Kategorie(n)
Kreatives & Werkeln, Rezepte,Pädagogische Grundlagen
Gemeinschaft fördern,Altersstufe
Alle,Gruppengröße
Flexibel,Situation
hungrige Gruppe ;)
Umgebung
Feuerstelle
Jahreszeiten
Ganzjährig,Dauer
15–30 Minuten,Material
Siehe Zutatenliste & Beschreibung

Es gibt Gerichte, die in der Großküche besser gelingen als am Lagerfeuer. Der Wrap gehört nicht dazu.
Etwas Vorarbeit in der Küche bedarf es, danach aber ist draußen der Idealzustand für die weitere Zubereitung. Der Wrap ist konzeptionell wie für diese Situation gemacht. Verschiedene Komponenten für die Füllung werden daheim zubereitet, in Tupperbüchsen gefüllt und am Feuerplatz auf einen Tisch, einen Stein, den Boden gestellt. Eine Art Station, bei der sich alle frei austoben können. Niemand muss servieren oder anrichten, jede*r macht das eigene Ding.
Der Wrap kommt bei uns aus der Packung, manche Arbeit darf man sich abnehmen lassen. Was jetzt kommt, ist aber etwas, was kein Supermarkt verpacken und kein Backofen nachmachen kann. Wer die dünnen Teigfladen kurz übers Feuer hält, bekommt feine Röstaromen, den Geruch von Feuer im Teig und etwas Ruß an den Rändern zurück. Das schmeckt köstlich und nach Abenteuer. Es geht wesentlich schneller als im Backofen, etwa 20 Sekunden auf jeder Seite, je nach Platzierung über dem Feuer eben. Dafür bietet sich ein Rost an oder ein Stock. Aber aufpassen – keine zu großen Löcher hineinstechen.
Das Rezept für 8 Portionen:
die Füllungen
Zutaten
1 Kopf Rot- oder Weißkraut
5 Paprika oder 2-3 Zucchini
2 große Karotten
2 Blöcke Räuchertofu/Naturtofu (400 g)
2 Dosen Kidneybohnen
2 Dosen Mais
geschmacksneutrales Öl
Salz, Pfeffer
Ablauf
- Das A und O bei rohem Kraut ist das hauchdünne Schneiden davon. Entweder mit einer Brotschneidemaschine, einem Hobel oder eben in mühsamer Handarbeit mit dem Messer. Die Karotte wird fein gehobelt oder in Julienne geschnitten. Das alles kommt zusammen in eine Schüssel.
- Bloß mit Salz, einem guten Schuss Öl und wer mag, mit etwas Kümmel würzen und kräftig kneten. So wird das Kraut weich und angenehm zu essen.
- Kidneybohnen und Mais in einem Sieb abspülen, abtropfen und fertig.
- Die Paprika oder Zucchini in 1x1 cm große Stücke schneiden, den Tofu mit der Hand zerbröseln. Zuerst das Gemüse mit reichlich Öl scharf anbraten, nach der Hälfte der Bratzeit den Tofu dazugeben und mitbraten.
die sauce
zutaten
130 ml Sojamilch
180 g geschmacksneutrales Öl
2 TL Weißweinessig
1 TL Senf
Salz, Pfeffer
1-2 Knoblauchzehen
150 g Sojajoghurt/Naturjoghurt
Stabmixer
Ablauf
- Als Soße wird eine simple, selbstgemachte Majo ohne Ei mit etwas Joghurt gemischt. Reihenfolge und Methode sind hier wichtig fürs Funktionieren. Dass es gerade Sojamilch ist, ist essenziell. Im Gegensatz zu anderen Milchsorten enthält sie genug Lecithin, um eine stabile Öl-Wasser-Emulsion zu bilden.
- Schön nacheinander und ohne umzurühren die (am besten raumtemperierte) Sojamilch in einen hohen Behälter geben. -Einen Messbecher beispielsweise. Zwei TL Essig und einen TL Senf dazugeben und zuletzt das Öl drauf leeren.
- Den Stabmixer ganz auf den Boden des Gefäßes stellen, einschalten und für 30 Sekunden mixen und dabei nicht bewegen. Weiter mixen und währenddessen den Mixer ganz langsam, Millimeter für Millimeter nach oben anheben, sodass er nach etwa 2 Minuten oben angekommen ist. Die Flüssigkeit sollte sich während dieses Prozesses in eine stichfeste Majo verwandelt haben.
- Die Knoblauchzehen pressen oder fein reiben.
- Knoblauchmasse und Joghurt unter die Majomasse heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Beachtenswert
Die größte Schwierigkeit ist das Rollen. Ist der Wrap zu voll, lässt er sich nicht schließen und fällt beim ersten Bissen auseinander. War man zu gierig oder zu sparsam mit der Soße, so tropft er oder schmeckt nach nichts. Es kommt auf das richtige Verhältnis an. Nicht zu viel, nicht zu wenig, alles mittig platziert. Jeder Schritt erfordert - trotz aller Freiheit - auch etwas Nachdenken. Beinahe immer geht der erste Wrap daneben. Das ist völlig okay, (fast) jeder Misserfolg ist essbar. Wer das Gelernte beim zweiten Wrap gut umsetzt, wird mit dem umso größeren Erfolgserlebnis belohnt. Dass es chaotisch zugeht, ist Teil des Programms. Wenn eine Bohne daneben landet, die Sauce auf den Boden tropft oder jemand sich die Hände am Sessel abwischt, ist das hier draußen egal. Was auf dem Boden landet, kann ins Feuer geworfen werden. Die restliche Sauerei wäscht der nächste Regen weg.
mit dank an
Christina Düringer, für das Verschriftlichen des Rezepts.
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